Olivenbaum erfrohren ?

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Simon
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26.02.2012, 09:03

Halloi zusammen,

Nachdem jetzt die kalten Nächst hoffentlich vorbei sind, ene Frage an die Botaniker im Forum:

Hat mein Bäumchen die -20 Grad Nächte überlebt ?

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Was denkt Ihr ?

:cheers:
Gruß

Simon

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Mansour
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26.02.2012, 09:07

Also Olivenbäume nehmen Frost sehr schnell übel. Wenn Die Wurzeln also Frost abbekommen haben dann schaut's eher schlecht aus.
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DrMett
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26.02.2012, 09:39

Hi,
es gibt eine Sorte die auch Frost haben kann aber ich find grad den Namen nicht mehr wieder. Wir haben unseren zur Sicherheit reingestellt.
Einfach stehen lassen und schauen was passiert :-)
Der mit dem Mettigel tanzt -- aktueller Hinweis: Der heimische Mettigel ist eine bedrohte Tierart :-)
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Papa-Tom's-BBQ-Lodge
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26.02.2012, 10:55

Selbst wenn dein Olivenbaum nicht erforen ist, besteht eine gute Chance, dass er vertrocknet (verdurstet) ist. :keineahnung:

Vertrocknen ist im kalten Winter die Haupt-Todesursache für Kübelpflanzen und südliche Gewächse.
Bei unseren Nachbarn hat es so im letzten Winter 2010/2011 den gesamten Bestand an Kirschlorbeer dahingerafft. :trost:

Das einzige was dir bleibt ist im Frühjahr die vertrockneten Zweige rausschneiden und schauen was passiert.

P.S. Olivenholz kann man sehr gut zum smoken/räuchern benutzen :ironie:
Gruß
Thomas

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Thisamplifierisloud
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26.02.2012, 11:55

Er ist tot, Jim ! :mrgreen:
Der den Argumentenverstärker trägt.
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Rorin
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26.02.2012, 14:57

Meines Wissens gibt es keinen Olivenbaum, der - 20° mitmacht.
Vielleicht mal ein paar Nächte -7 aber nicht viel tiefer.
Diese Erfahrung musste auch mein Vermieter (Gärtner!) am Niederrhein machen. Nach 3 Nächten mit -16° war seine Megaolive (Gefäßdurchmesser 2,5 m) tot.

So einen kleinen Baum, wie Deinen, unbedingt reinstellen, helles Treppenhaus oder heller Kellerraum.
Meine Bonsai-Oliven stehen seit Jahren immer im Treppenhaus auf der Fensterbank. Sie kommen ab etwa 0° nach drinnen.

Ich kenne ein Projekt eines großen Baumes (ca. 2,5 m hoch, 30 cm Stammdurchmesser) in Vöhringen bei Ulm. Der ist im Garten eingepflanzt und die Pflanzstelle ist von unten mit einer elektrischen Heizmatte beheizbar. Thermostat ist auf +4° eingestellt. Zusätzlich noch Windschutz durch Schilfmatten und Noppenfolie bei Bedarf.
Dieses Gesamtpaket könnte funktionieren.

Deiner sieht leider sehr tot aus.
Allerdings haben Oliven viele schlafende Augen im Stamm und treiben auch kurz über der Wurzel noch aus. Also nicht gleich alles wegwerfen, sondern Frühjahr abwarten und mäßig feucht halten.

:cheers:
Gruß
Uwe
Zuletzt geändert von Rorin am 26.02.2012, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
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26.02.2012, 14:58

Die europäische Olive hält normal Temperaturen bis ca. -10°C aus.

Wenn der wirklich -20°C über mehrere Tage abbekommen hat, wird er das wohl kaum überlebt haben. Schade um das Bäumchen, aber viel Hoffnung hab' ich da nicht. :-k

Zum Vertrocknen wurde ja schon alles gesagt.

Christian :cheers:
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Don Marco
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26.02.2012, 15:12

Geschützt hattest Du ja, die Frage ist nur ob das ausreicht. Das schlimmste ist eigentlich nicht der Frost sondern wenn es warm wird und der Boden gefroren ist. Dann verdurstet die Pflanze.

Hast Du mal an der Rinde gekratzt ? Wenns da noch frisch grün ist hast Du gute Chancen.

Ansonsten hast Du zumindest gute Chancen dass nur die Blätter und Zweige ab sind aber der Stamm zumindest unten wieder austreibt.
Dünger aus Algenextrakt soll zum aufpäppeln gut sein, den kann man auch aufsprühen wenn die Wurzeln beschädigt sind.

Viel Glück !

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Simon
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26.02.2012, 16:47

also ich hab mal mit dem Fingernagel leicht an der Stammrinde gekratzt. Da kommt sofort grün.
Dann hab ich ein kleines Zweigchen geknickt, da war es auch grün und "frisch" und nicht trocken im inneren.

Also noch hab ich Hoffnung... :-k

Mal kucken was sich tut !

:cheers:
Gruß

Simon

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27.02.2012, 21:23

Simon hat geschrieben:
Mal kucken was sich tut !
Das Beste was Du machen kannst. Für die Folgejahre und Folgebäume gab es ja die entsprechenden Tips.

Wie war nochmal der Stammdurchmesser...?

:cheers:
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03.03.2012, 23:41

Nur die Ruhe, möchte ich sagen. Ein Teil meier Oliven sieht deutlich schlimmer aus - das gesamte Laub ist braun. Ich wohne in Toulouse, also Südwestfrankreich, kurz vor der spanischen Grenze (die russische Kälte kam für einige Tage auch hierhin). Dennoch: Der Stamm ist grün unter der Rinde. Und das allein ist wichtig.

Bei Frost von etwa -16° erfrieren bei allen Oliven zunächst einmal die Blätter, wenn es kälter wird, die dünnen Zweige (kann mir kaum vorstellen, dass ein kenntnisreicher Gärtner ernsthaft etwas von -7° erzählt...). Es sollte aber ein recht rasanter Neuaustrieb erfolgen, wenn es nicht zu lange zu kalt war (Wurzelballen durchfroren, passiert bei Kübelpflanzen deutlich schneller als bei ausgepflanzten Oliven). Es sind schon erheblich mehr Oliven ersäuft worden als vertrocknet sind, auch das sollte nicht das Problem sein. Weiterhin steht das Bäumchen an einer Hauswand, offenbar als Kübelpflanze eingesetzt. Die Chancen stehen m.E. recht gut. Nicht vorschnell entsorgen, erst einmal laaaange einfach nur abwarten !

Beste Grüße
Stefan
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04.03.2012, 05:43

Stefan31470
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04.03.2012, 12:25

Tja, so ist das mit dem Abschreiben... Muss ja nicht alles richtig sein, was irgendwo veröffentlicht ist. Aus eigener Erfahrung: Wir haben hier alle ~10 Jahre strengen Frost, wobei der Boden allerdings nicht durchfriert, dafür steigen tagsüber die Temperaturen auf ein erträgliches Maß (Gewässer bleiben allerdings tage- oder selbst wochenlang zugefroren). Würden jedesmal bei -8° die Oliven erfrieren, hätten wir längst nur noch Zombies ;).

Ein Beispiel einer meiner Oliven, die sicher sämtliches Laub abwerfen wird...
1.jpg
1.jpg (161.12 KiB) 9338 mal betrachtet
...bei der ich mir allerdings keinerlei Gedanken darum mache, dass sie überleben wird. Und natürlich wird jetzt nicht wie verrückt gewässert, um sie auch noch zu ertränken.

Lufttemperaturen von -8° sollten allerdings keiner Olive etwas ausmachen (es sei denn, sie ist noch sehr jung). Dabei ist der zitierte Beitrag eventuell noch nicht einmal falsch - nämlich dann nicht, wenn er sich auf das Wurzelwerk bezieht. Tage- oder gar wochenlang bei auf -8° komplett durchgefrorenem Boden, das ist schon ein anderer Schnack. So sieht das aber bei Simon nicht aus. Wenn es jetzt unter der Rinde immer noch grün ist, würde ich eher mit einem Neuaustrieb als mit Räucherholz rechnen.

Beste Grüße
Stefan
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04.03.2012, 13:03

Naja, nur abschreiben tue ich meine Kommentare nicht, das wäre zu einfach. Wir haben seit knapp 100 Jahren 'ne Gärtnerei im Familienbesitz, ein bißchen Erfahrung fließt dann doch noch ein. :mrgreen: ;)

Wie du aber auch schon anmerkst, gehen die Temps bei euch dann tagsüber in den positiven Bereich, was in D halt oft nicht der Fall ist. In vielen Gegenden gibt es da jeden Winter tagelangen Dauerfrost, der halt deutlich mehr Schäden anrichtet.

Man muß zwischen den verschiedenen Pflanzen allerdings fairerweise schon einen Unterschied herausstellen: Deine Pflanzen im Südwesten von Frankreich sind im Freien ausgepflanzt und haben wohl schon deutlich mehr Jahre auf dem Buckel als die meisten hier erhältlichen Kübelpflanzen. Mit den Jahren baut sich bei den Pflanzen natürlich eine höhere Toleranz gegenüber Frost und anderen Bedingungen auf.

Dann spielt da der Genotyp auch noch eine Rolle. Eure Pflanzen sind Frost gewohnt. Es ist ja nicht so ungewöhnlich, daß es in Frankreich auch im Süden mal harten Frost gibt.

Bei den bei uns angebotenen Kübelpflanzen weiß aber eigentlich niemand, woher sie ursprünglich stammen. Sollten die Pflanzen von Kreta oder Zypern sein, ist die Frosthärte in der Genetik wohl nicht so ausgeprägt, wie das bei den Pflanzen aus Südfrankreich oder auch der Toskana der Fall sein wird.

Das Thema ist äußerst schwierig und ich bin der Meinung, daß man bei uns in Deutschland vom ungünstigsten Fall ausgehen sollte ( Man weiß halt nicht wirklich, wo die Pflanzen herkommen ). Da sollten halt maximal -8 bis -10°C nach Möglichkeit nicht unterschritten werden und eine Überwinterung solcher Pflanzen sollte dann doch eher im Keller oder Wintergarten stattfinden.

In klimatisch sehr begünstigten Lagen ( Breisgau, Rheintal o.ä. ) kann man auch Oliven ins Freiland pflanzen, aber in sehr kalten Nächten muss man dann halt Schutzmaßnahmen treffen ( Marco hat das übrigens m.M.n. hervorragend gelöst ). Da führt leider kein Weg dran vorbei.

BTW: Deine Möglichkeiten hätte ich gerne. Von eurem Klima in Südfrankreich träume ich. Dann würde mein Garten ganz anders aussehen. :mrgreen:

Davon abgesehen: Baust du auch Gemüse an? Wenn ja, würden mich mal die Sorten und die Vegetationszeiten interessieren. Und wenn du vielleicht ein paar Samen eurer in Südfrankreich angebauten Tomatensorten übrig hättest, wäre ich auch sehr dankbar. :mrgreen:

Christian :cheers:
Stefan31470
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05.03.2012, 00:36

Hallo Christian,

da hat mich in der Tat Dein Link in die Irre geführt. Es macht m.E. wenig Sinn, mehr zu unterscheiden als Luft- und Bodentemperatur. Ich pflichte völlig bei: Wenn der Boden und damit das Wurzelwerk durchfriert, besteht höchste Gefahr. Umgekehrt glaube ich nicht, dass Lufttemperaturen von -8 oder -10° eine Gefahr für Oliven darstellen. Wenn sie Laub oder die dünnen Zweige verlieren sollten, ist das kein wirklicher Schaden.

Auch unsere Oliven sind natürlich nichts anderes als "ausrangierte" Plantagenbäume aus Italien oder Spanien. Auch den Genotyp würde ich mal nicht überbewerten, da wird viel behauptet und nichts nachgewiesen. Ich habe mich beim Kauf und beim Pflanzen vergewissert, dass sie schon ordentlich Zeit im Container verbracht hatten und das Wurzelwerk in Ordnung war. Dann im Frühjahr gesetzt und übers Jahr akklimatisieren lassen. Ich verstehe natürlich, wenn Kübelpflanzen bei tiefen Minustemperaturen leiden und eingehen.

Das Klima ist hier so, dass ich mir nicht die Mühe mache und Gemüse anpflanze. Man schwitzt sich schon zu Tode, wenn man im Sommer abends nur den Gartenschlauch halten muss. Wir kaufen "normales" Gemüse auf dem Markt oder in einem der guten Supermärkte. Wenn ich etwas für Dich ausfindig machen oder beschaffen soll, will ich das aber gern tun. Ich fürchte allerdings, dass es nichts aufregendes zu finden gibt. Man bekommt noch die Sortenbezeichnung (Coer de Boeuf, Tomates Noires), das war es aber auch schon. Wenn man bei dem hier selten angebotenen Spargel fragt, wann der denn gestochen worden ist oder wenn man die Stangen nach Größe sortiert, wird man schon verwundert angeschaut. Wenige Ausnahmen: Wir pflanzen Knoblauch und jährlich neu Zitonengras, in diesem Jahr probiere ich es erstmals mit Chilies (selbst frischer Piment d'Esplette ist während der Saison nicht an jeder Ecke zu bekommen, wir hängen uns immer zwei, drei Stränge hin) und frue mich auf das entsprechende Grillvergnügen.

An Obstgehölzen sind es zwei Feigenbäume (blau und weiss), es ist einfach Vergnügen pur, sich seine Feigen schon morgens frisch vom Baum zu holen (sie lassen sich übrigens hervorragend einkochen, so hat man das ganze Jahr etwas davon). Dazu noch Granatäpfel, ein paar Esstrauben (bei dem Lehmboden hier sehr schwierig), Kakis und drei Zitronenbäume. Alles Sachen, die sich wirklich lohnen - vielleicht mit Ausnahme der Kakis, da es sich um die hartschalige Sorte handelt. Aber optisch schön und prima für die Vögel. Ich werde Ende des Jahres allerdings einmal probieren, aus den "Pommes de Noel" Wein zu machen. Wie gesagt, alles nicht sehr aufregend.

Wenn ich aber nach etwas bestimmten suchen soll, gerne.

Beste Grüße
Stefan
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