Garraum Minion in der China-Lok: Versuch III

Fragen und Anleitungen aus der Praxis zu Fertigkeiten und Methoden im Outdoor Cooking

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Som
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30.05.2011, 12:32

nun habe ich ja schon das Ein- oder andere PP in meiner china-lok gemacht. Nach anfänglichen Irrungen irgendwann nur noch mit Garraum-Minion, was sich letztlich als der Weisheit letzter Schluß herausstellte.

Meist sieht mein GR-Minion ungefähr so aus:

Bild

Also eine lange Reihe von Kohlen (Brekkies oder Kokosstangen) die sich im Garraum entlang der Wand schlängeln, und ab und zu ein Stückchen Holz für den Rauch.

Und irgendwie hats ja auch meist geklappt, und doch:
manchmal zu heiß, manchmal zu lange, immer mit Unwägbarkeiten verbunden, die meinem Hang zur Perfektion sehr entgegenstehen.

Was liegt also näher, das Thema mal grundsätzlich zu untersuchen!


Ich bin mir noch nicht sicher, ob da wirklich verwertbares herauskommt, denke aber, das da bestimmt ein paar Gedankenanstöße für andere Griller dabei sind. Zumindest mal für die Nicht-Weltmeisterlichen und vor allem für diejenigen unter uns, die sich, wie ich, mit minderwertigem Material herumquälen müssen.

Vergleichbar werden die Messungen sicherlich nicht sein, mit anderen Büchsen, da ich die meinige ja umgebaut und verändert habe. Es handelt sich um eine 16" Lok, mit 1.5mm Wandstärke, zu kleiner SFB und viel Rost.

Ich hatte den GR seinerzeit ringsum abgedichtet, weil im Originalzustand der Wind nur so durchpfiff....


Nun zur Messung:


ich wollte alle "störenden" Einflüsse wie Fleisch :mrgreen: und Wasser weglassen und mich auf den reinen Verbrennungsprozess konzentrieren.

Als Setup eine Brekkiereihe im Garraum auf dem Kohlegitter, und die Grillrost großflächig mit Alu abgedeckt, so wie ich es auch immer bei PP mache, damit die Hitze dicht an der Wasserpfanne vorbei muß. Verwendet habe ich natürlich meine Lieblingsbrekkies: Profagus Grillies.


Bild

gezündet habe ich, in dem ich unter die ersten Brekkies einen Bioanzünder legte:

Bild


Leider hatte ich vergessen, die Kohle abzuwiegen. ](*,)

Ich habe es dann im nachhinein geschätzt (brekkies auf dem Foto abgezählt) und bin auf 1300g bis 1400g Kohle gekommen.

Hier das ganze dann abgedeckt:

Bild

(mit PP sieht das dann so aus:
Bild)

Die Lüftungsklappenzuluft auf 10mm Öffnungswinkel eingestellt, die Abluft 15mm offen:

Bild Bild


da ich keine glühenden Brekkies in die Kiste habe, war der Temperaturanstieg entsprechen langsam:
nach 1h immer noch bei 50°C

warten.....


nach 2h dann immerhin schon bei 90°C Gartemperatur


warten ...


dann, nach 3h kommt die Kiste immerhin langsam in den "Grillbereich": knapp über 100°C!


nach 4h immerhin schon 120°C,

aber dann gings immer weiter: nach 5h 150°C!

Eigentlich hatte ich die Hoffnung, dass durch den Minion und die geringe Luftzufuhr, sich die Temperatur irgendwo einpendelt.


Also ein beherzter Eingriff und die Klappen weiter zu:
Einlass auf 7mm, Auslass auf 10mm.


Und siehe da: nach 6h nur noch 140°C.

aber: 7h 95°C Kohle alle!?

ein kurzer Blick unter die Haube bestätigt: die Kohle ist durch!

Also den Deckel zu und den Rest der Messung abwarten. Allerdings habe ich dann bei doch abgebrochen, macht keinen Sinn mehr.

Bild


Hier noch der Graph:

Bild


Was ist nun passiert?

Ich denke das war in etwa so:

zuviel Luft.
Die Glut hat sich, dem Sauerstoffangebot entsprechend, schneller fortgepflanzt, als die Kohle verbrannt ist und so stieg die Temperatur stetig an, bis irgenwann die maximale Anzahl glühender Brekkies erreicht war. Ich denke, der Zeitpunkt, an dem ich die Klappen gedrosselt habe, ist zufällig auf den Zeitpunkt gefallen, an dem es mit der Kohle sowieso wieder bergab ging.

Die Frage die sich mir stellt:
Muß es denn die Kohlenschlange sein, oder reicht es evtl aus, die Lüftung soweit zu drosseln, dass der verfügbare Sauerstoff nur einen bestimmten Abbrand ermöglicht?

Das wir auf alle Fälle mein nächster Versuch sein!

Demnächst an dieser Stelle!

Grüße

Gunther
Zuletzt geändert von Som am 10.10.2011, 11:44, insgesamt 2-mal geändert.
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obl
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30.05.2011, 12:55

=D>
supergeil Gunther =D> =D> =D>
Wenn Du das so weitermachst, dann traue ich mich vllt auch aml an ein PP. ;)
Wollte es schon auf dem Gasi (Porto) machen, bin abr noch am tüfteln wie ich die Temp noch weiter runter bekomme :oops:
Mit Deinen Tipps wird es evtl. ein PP aus dem Wrangler.
steht unter Beobachtung :cheers:
Viele Grüße aus Südhessen
Peter
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meisterhein
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30.05.2011, 13:20

:respekt:

Ich denke, dass Du richtig liegst. Die Glut entwickelt durch nicht kontrollierbare Zuluft eine zu starke und sich aufbauende Dynamik. Wie ein ungebremster AZK. Ergebnis ist dann zu heiss. Ich denke im aufstrebenden Graph müsste man die Luft schon nachregeln, bzw die Zufluft kontrollierbarer machen - was nix anderes heisst, dass die Büchse dichter sein muss.

Starten würde ich vielleicht mit glühenden Kohlen. 6-8 Stück um das Teil schon mal auf zu heizen. Dann die Abbrandgeschwindigkeit einregeln. :-k :-k
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Som
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meisterhein hat geschrieben::respekt:

Ich denke, dass Du richtig liegst. Die Glut entwickelt durch nicht kontrollierbare Zuluft eine zu starke und sich aufbauende Dynamik. Wie ein ungebremster AZK. Ergebnis ist dann zu heiss. Ich denke im aufstrebenden Graph müsste man die Luft schon nachregeln, bzw die Zufluft kontrollierbarer machen - was nix anderes heisst, dass die Büchse dichter sein muss.

Starten würde ich vielleicht mit glühenden Kohlen. 6-8 Stück um das Teil schon mal auf zu heizen. Dann die Abbrandgeschwindigkeit einregeln. :-k :-k
Hallo Meisterhein, es freut mich, dass du meine Einschätzung teilst!

Ich denke auch, dass der nächste Versuch genauso aussehen wird, allerdings erstmal nicht mit Brekkie-Schlange, sondern mehr das "klassische" Minionsetup: ein Haufen kalte Kohlen mit einer Handvoll glühender in der Mitte, um den Faktor "Glutausbreitungsgeschwindigkeit" zu reduzieren. Mal sehen, ob ich heute abend Zeit habe...


:cheers:
Gunther
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Som
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31.05.2011, 09:46

So, heute gehts weiter.

Ausgehend von den Ergebnisse der letzten Messung, habe ich noch mal einen Test gestartet.

Um den Faktor Glutfortpflanzungsgeschwindigkeit möglichst klein zu halten, habe ich keine Reihe gelegt, sondern kalte Kohle auf dem Kohleblech ausgebreitet:

Bild


das sind 1100g kalte Grillies. Darauf dann 400g glühende Grillies verteilt.
In Summe also 1.5kg Kohle:

Bild

dann wieder mit Alufolie geschlossen, bis auf einen Spalt ganz links, so beim letzten Mal.

Diesmal habe ich nicht nur die Temperatur oben im Garraum aufgezeichnet, sondern auch einen Sensor unten im "Kohlefach" platziert.


Aus den Erfahrungen des letzten Versuches habe ich die Klappen nun auf 5mm Öffnung gestellt.
Ich hatte auch nochmal nachgerechnet wie weit ich die Klappen öffnen muß, um Auslass- und Einlassseitig die gleiche Öffnungsfläche zu erhalten. Und es kam raus, dass die beiden synchron laufen, also 5mm Öffnung unten ergibt die gleiche Öffnungsfläche wie 5mm oben am Auspuff.

aber nun zur Messung:


Kohle rein, Deckel zu, warten was passiert.


die Temperatur steigt rasant an!

nach 15min bereits 80°C

nach 30min bereits 155°C!

die Kist geht ab wie Harry und das bei nur 5mm Öffnung!


nach 45min schon 180°C. Shit!


Die Kiste rast nach oben als ob kein Ende wäre. Anscheinend sind 5mm öffnung immer noch zuviel!

Experiment wagen, die Kiste ist ja schliesslich nicht hermetisch dicht:

Alle Klappen zu!

Zuversichtlich macht mich hier auch die Erfahrung, dass üblicherweise die Restkohlen nicht erlöschen, wenn ich nach dem Grillen die Klappen schliesse.

60min: immer noch bei 180°C scheint zu wirken!


nach 2h: 170°C

im Laufe der nächsten 4h sinkt die Temperatur langsam ab, bleibt aber recht konstant.

aber seht selbst:


Bild


Die dicke Rote Linie ist die Garraumtemperatur, an der Stelle gemessen, an der normalerweise das PP liegt.
die dünne blaue Linie ist die Temperatur unten in der Kohlenabteilung, ein paar Zentimeter neben der Kohle.

die grüne Linie, die die umgebungstemperatur zeigt, verwende ich auch zum Kennzeichnen von Aktionen.
der Peak bei 42min kennzeichnet den Zeitpunkt an dem ich Klappen zugemacht habe. Einfach den Sensor kurz an eine heiße Stelle halten, dann wird der Moment gespeichert.

Man kann gut sehen, dass die Temperatur rasant ansteigt, bis die Klappen geschlossen werden.
Dann bleibt das recht stabil auf ca. 150°C-160°C.

Noch eine Anmerkung zur Temperatur:
Das hier ist ja ein leerer Grill.
Wenn hier ein paar Kilo Nacken mit drin wären, dann wäre es weniger.

Und - vor allem - es fehlt die regulierende Wasserschale.
Das Setup hier ist ja einem WSM nachempfunden. Die heissen Gase müssen erst an der Wasserschale (die heute fehlt) vorbei. Da das Wasser aber nur 100°C hat, geben die zu heissen Gase viel Energie an das Wasser ab, bevor sie nach oben kommen. Je weiter die Temperaur über dem Soll liegt, um so mehr Energie wird geschluckt und in Wasserdampf verwandelt.



12h später:

Bild



Alles in allem ist der Versuch in soweit besser verlaufen als der letzte, als die Temperatur verhältnismäßig konstant war, wenn auch auch einem zu hohen Niveau.

Ein PP hätte funktioniert, aber es wäre viel Wasser verkocht worden!

Wenn ich mir die beiden letzten Messungen so ansehe, dann werde ich nochmal einen Versuch machen mit Brekkie-Schlangen-Minion, als Starter 300g glühende Brekkies und die Klappen ganz zu.

Das müßte dann funktionieren!

Und noch eine Lehre: GR-Minion funktioniert wirklich nur, wenn die Billig-Kisten halbwegs abgedichtet sind. Im Originalzustand dafür völlig ungeeignet. Und auch bei indirektem Grillen sind die Zu- und Abluftklappen bei einer Originalen China-Büchse reine Makulatur. Einfluss haben sie keinen.

Fortsetzung folgt!
:rules:


Gunther
:cheers:
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31.05.2011, 10:01

Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!!!



Gruß,

BBQ County \:D/
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31.05.2011, 10:36

Som hat geschrieben:Ich hatte auch nochmal nachgerechnet wie weit ich die Klappen öffnen muß, um Auslass- und Einlassseitig die gleiche Öffnungsfläche zu erhalten. Und es kam raus, dass die beiden synchron laufen, also 5mm Öffnung unten ergibt die gleiche Öffnungsfläche wie 5mm oben am Auspuff.

Bist Du Füsiker oder so? :-k Wie rechnet man so was :-# Will ich gar nicht wissen [-X



Und noch eine Lehre: GR-Minion funktioniert wirklich nur, wenn die Billig-Kisten halbwegs abgedichtet sind. Im Originalzustand dafür völlig ungeeignet. Und auch bei indirektem Grillen sind die Zu- und Abluftklappen bei einer Originalen China-Büchse reine Makulatur. Einfluss haben sie keinen.

:heul: :heul: :heul: :shit:
:cheers:
bbq-county hat geschrieben: Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!!!
und wie!! :cheers:
Viele Grüße aus Südhessen
Peter
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31.05.2011, 11:39

obl hat geschrieben:
Som hat geschrieben: Und noch eine Lehre: GR-Minion funktioniert wirklich nur, wenn die Billig-Kisten halbwegs abgedichtet sind. Im Originalzustand dafür völlig ungeeignet. Und auch bei indirektem Grillen sind die Zu- und Abluftklappen bei einer Originalen China-Büchse reine Makulatur. Einfluss haben sie keinen.
:heul: :heul: :heul: :shit:
Du must dann schon genau lesen.

Grillen unter Nutzung der SFB: geht.
indirektes Grillen: geht. (regelung der Hitze über Kohlemenge)
direktes Grillen: geht sowieso.

Meine Aussage betrifft nur das Low&Slow mit GR-Minion und die Regelung über die Klappen beim indirekten Grillen.

Also: Kopf hoch und weitergrillen!

:cheers:
Gunther
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31.05.2011, 12:21

Schöne Sache, das :cheers: ! Lese gespannt mit und werde Deine Ergebnisse schamlos ausnutzen :mrgreen: !
Keep the fire burnin' !!!
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obl
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31.05.2011, 12:53

Som hat geschrieben:Du must dann schon genau lesen.

Grillen unter Nutzung der SFB: geht.
indirektes Grillen: geht. (regelung der Hitze über Kohlemenge)
direktes Grillen: geht sowieso.

Meine Aussage betrifft nur das Low&Slow mit GR-Minion und die Regelung über die Klappen beim indirekten Grillen.

Also: Kopf hoch und weitergrillen!

:cheers:
Gunther
Ich habe schon richtig mitgelesen. Es soll ja DAS erste PP werden, aber wenn ich das in Erinnerung habe, dann funzt der Minon-Ring auch in der SFB? Zu höheren Treibstoffpreisen eben!
Viele Grüße aus Südhessen
Peter
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31.05.2011, 12:55

Undicht & Falschluft ist immer Käse und das Grillgerät dadurch nicht regelbar. Wohl mit ein Grund, warum ausgerechnet ein UDS so präzise arbeitet...
Bei mir sind die Luftschieber inzwischen durch Fett- und Ascherückstände "etwas verkleistert" :mrgreen: . Seitdem funktioniert das Teil endlich so, wie es soll. :lol:
Das wird schon wieder!
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31.05.2011, 13:29

Da das Thema aufkam, hier nochmal ein paar Worte zum Thema "dicht" und Lüftung.




Meine Kiste war initial ringum undicht.

Ich hatte an meinem Garraumdeckel riesige Spaltmaße:


Links: ca. 5mm
Rechts: ca. 7mm
Hinten: ca.7mm

Vorne war sie durch die durchgehende Deckelauflage schon recht dicht.


Das macht zusammengerechnet bei einer Garraumgröße von 66cm * 40cm einen umlaufenden Spalt mir der Fläche von 94cm²!


Versehen ist die Kiste mit einem Kamin mit 70mm Innendurchmesser und einer Zuluftregelung in Form einer Achtelscheibe.


Bild Bild

so nebenbei hier noch das Öffnungsdiagramm:

Bild


Wenn der Kamin ganz offen ist, dann hat er eine Querschnittsfläche von 38cm², die Zuluft hingegen bietet maximal 22cm² Öffnung.
Bevor jetzt die Strömungstechniker kommen und einwerfen, dass nicht nur der Rohrquerschnitt, sondern auch die Rohrlänge und -form einen entscheidenden Einfluss auf den Strömungswiderstand hat: ja, weiß ich.
Allerdings ist es mir zu kompliziert einen Smoker strömungstechnisch zu rechnen.

Und, ich will ja auf was ganz anderes raus:
auf die Verhältnisse:

Zuluftregler: 22cm²
Abgasregler: 38cm²
Falschluft: 95cm²

Was letztlich deutlich macht, dass bei brennender Kohle im Garraum die verbauten Lüftungsregler wenig Einfluss haben. Das kann ja jeder bei seiner Kiste mal nachmessen und -rechnen.

Anders sieht es bei Befeuerung in der SFB aus. Mein SFB-Deckel war, nach einigem Nachbiegen, leidlich dicht. Und da die Falschluft erst im Garraum dazukommt, funktioniert die Regelung in der SFB deutlich besser.
Allerdings mit der Einschränkung, dass Holz beim Verbrennen Sauerstoffüberschuß braucht, um sauber zu verbrennen und nicht zu rußen. Da aber Holz beim Verbrennen sowieso Sekundärluft braucht (also Luftzufuhr von oben) kann man hier einfach den Deckel einen Spalt öffnen. Regeln muß man beim Heizen mit Holz eher mit der Brennstoffmenge.

Aber ich schweife ab, nun lieber nochmal ein paar Gedanken zu Thema abdichten.
Ich bilde mir ein, die Seiten und Hinten ganz gut abgedichtet zu haben. Allerdings sind doch noch Lücken bei den Scharnieren, das dürften so etwa 5cm² sein, und auch sonst ist sicherlich einiges Undicht.

Und wenn man sich nun nochmal das Diagramm oben ansieht, dann kann man feststellen, das 5cm² etwa der Unterschied von 8mm Öffnung zu 14mm öffnung sind. Also bei der Zuluft der Unterschied zwischen 1/4 offen und 1/2 offen!

Aber, bitte, nochmal, bevor Panik unter den Chinabüchsenbesitzern ausbricht: Ich rede hier ausschliesslich vom Fall langsame Verbrennung (=Low&Slow) mit Kohle im Garraum. das brauche ich eigentlich nur, wenn ich PP mache und auf meinen Schönheitsschlaf nicht verzichten will. :mrgreen:

So, ich hoffe nun endgültig zur allgemeinen Verwirrung begetragen zu haben und werde mich dann einfach wieder der Praxis widmen.

gestern abend zum Beispiel gabs schlicht mal wieder Nürnberger Bratwürste.
Und ich hatte keinerlei Regelungsprobleme! :mrgreen:

Gunther
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31.05.2011, 13:32

kölngrill hat geschrieben:Undicht & Falschluft ist immer Käse und das Grillgerät dadurch nicht regelbar. Wohl mit ein Grund, warum ausgerechnet ein UDS so präzise arbeitet...
Stimmt. Für Low&Slow gibts nicht besseres als einen UDS oder einen WSM.
Aber wenn ich noch einen Grill kaufe, dann werde ich wohl in Zukunft im Freien bei meinen Grills schlafen müssen.... :pfeif:

Also muß ich das wohl oder übel meiner Chinabüchse beibringen...

Gunther
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joey
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31.05.2011, 13:44

Professor Dr. Grill - *TitelvorschlaginGedankenabspeicher*

Mir wär das zu theoretisch, aber mach ruhig weiter.

Gruß Jörg
:cheers:
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31.05.2011, 13:51

joey hat geschrieben:Professor Dr. Grill - *TitelvorschlaginGedankenabspeicher*

Mir wär das zu theoretisch, aber mach ruhig weiter.

Gruß Jörg
:cheers:
:keule: :keule: :keule:


Bin froh, dass du bis dahin kein Titelbeauftragter mehr bist! :mrgreen:

:cheers:

Gunther
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